Carl Michael Bellman (1740–1795), Schwedens bedeutendster Dichter,
ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der europäischen Poesie
und Musik.
Carl Michael Bellman (1740-1795) Heute würde man ihn einen Singer-Songwriter nennen - Bellman ist im eigentlichen Sinn der Urvater des Liedermachers. Beheimatet im Stockholm Gustavs III., ist er musikalisch ein Freund Mozarts und Händels, und benutzt deren Melodien, genauso wie damals aktuelle «Hits» der Opéra comique mit großer Freiheit für seine eigenen Lieder. Bellman selbst versteht sich jedoch hauptsächlich als Dichter.
In seinen Liedern bildet er auf eine unvergleichliche Art die Menschen
und Ereignisse seiner Umgebung ab; und diese Menschen waren das bunte
Volk, das sich durch die branntweingeschwängerte Luft
der Stockholmer Tavernen und Bordelle bewegte. Vier Themen
dominieren
seine Lieder:
Aus dieser unnachahmlichen Mischung, die mit viel Humor in eine Dichtung von allerhöchster sprachlicher Qualität gegossen wird (in Schweden wird er in einem Atemzug mit Shakespeare genannt!), entsteht die Faszination und die ungebrochene Aktualität, die von seinen Liedern heute noch ausgeht. Das wirklich Besondere an Bellman ist dabei, daß sich die Begeisterung für seine Lieder quer durch alle sozialen und alle Altersschichten zieht.
Die Schwierigkeit bei der Interpretation
seiner Lieder besteht zum einen darin,
dass Bellman
nur rudimentäres Notenmaterial hinterlassen
hat (allein und mit seinen Musikerfreunden hat er das Meiste improvisiert),
und zum anderen in der Gratwanderung zwischen den teilweise derb-fröhlichen
Texten und dem äusserst anspruchsvollen
Rokoko-Gesang.
Ensemble Pratum Musicum Das Ensemble «Pratum Musicum» hat sich der (fast) vergessenen
Kammermusik des europäischen Barocks verschrieben. Ihr musikalischer
Spaziergang führt zu virtuosen Raritäten und galanten Preziosen
der Musiklandschaft. Die vier Musiker (Stefano Lai, Blockflöten; Nicole Hitz, Barockbratsche;
Jakob Ruppel, verschiedene Lauten; Christian Niedling, Barockcello
und Gambe) spielen auf historischen Instrumenten. Sie studierten
bei bekannten Künstlerpersönlichkeiten (Haenggli, Steck,
Coin, ter Linden, Lislevand). Obwohl ihrem Spiel eine fundierte Beschäftigung
mit der historischen Instrumentalpraxis zugrunde liegt, bleibt das
wichtigste Anliegen des Ensembles die Vermittlung der in der Musik
dargestellten Gemütswelten, der Begeisterung und des Genusses.
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